Attraktivität zum Wohle der Stadt Coburg

Aktivitäten des Coburger Designforums Oberfranken e.V.

Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Herr Stadtrat,

Transparenz ist der Nektar der Demokratie. Aktuelle Entscheidungen machen Information über Sinn und Nutzen von Aktivitäten notwendig. Die aktuelle Diskussion über den Stadthaushalt und die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern veranlasst mich (uns, das CDO) die Beziehungen der Stadt Coburg und des Coburger Designforums Oberfranken e.V. mal aus einer differenzierten, für alle transparenten  Perspektive zu betrachten:

Coburg – eine Stadt verzaubert sich selbst!

Warum?

Nicht nur die Coburger Wirtschaft sieht sich seit längerer Zeit mit zunehmenden Problemen im Bereich der Spitzen- und Fachkräftesicherung konfrontiert. Qualifizierte junge, kreative Menschen wählen in erster Linie Metropolregionen wie München und Nürnberg als Lebensmittelpunkt und mittlerweile auch im unmittelbaren Wettbewerb stehende Mittelstädte wie z.B. Bamberg werden aufgrund eines besseren Kultur- und Freizeitangebotes sowie ihrer höheren Lebensqualität und größeren Zukunftsperspektiven bevorzugt.

Ohne die Ergreifung geeigneter Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität unserer Stadt wird sich dieser Trend in Zukunft weiter verstärken und so zu einem sukzessiven Rückgang unserer derzeit noch sehr starken Wirtschaftsleistung führen.

Seit vielen Jahren steht das Coburger Designform Oberfranken (CDO) in Coburg für design-orientierte Initiativen, wie die Coburger Designtage (in diesem Jahr zum 36. Mal) und für vielfältige Formen von Networking als Mittler zwischen der Stadtpolitik und Verwaltung, sowie einer engen Kooperation mit der Hochschule Coburg und den Coburger und Oberfränkischen Wirtschaftsunternehmen, um dem „Trend“ Abwanderung entgegenzuwirken um weiterhin eine florierende Wirtschaft für Coburg und seine Bevölkerung im Morgen gewährleisten zu können.

Einige Aktivitäten, die auch mit Unterstützung der Stadt Coburg realisiert werden konnten:

  • seit 1989

    Coburger Designtage

    Aus kleinsten Anfängen haben sich die Coburger Designtage vor mehr als 36 Jahren, anfangs mit einem Etat des WiMi von DM 15.000 und einem warmen Buffet, ausgerichtet durch die IHK im Kongresshaus, zu einer Veranstaltung entwickelt, die überregional beachtet wird.

    Im Verlauf der Jahre ist es gelungen durch die Veranstaltung Designtage,

    • den Standort Hofbräuhaus, durch die Hochschule,
    • den Standort Schlachthof-Güterbahnhof Areal (SGA) durch die Alte Kühlhalle (Creapolis),
    • die Alte Pakethalle, besonders durch das GLOBE
    • und jetzt den Standort Kulturfabrik Cortendorf

    auf eine gute Spur zu bringen.

  • Design findet Stadt

    1989 wurden auf Initiative der IHK zu Coburg die Coburger Designtage „gegründet“. Von Anfang an war das Thema „Design findet Stadt“ in Kooperation mit Studierenden der Hochschule Coburg ein erfolgreiches Veranstaltungsformat. Seit vielen Jahren wurden Ladenleerstände mit unterschiedlichen Konzepten inszeniert.

    Die erste Veranstaltung in diesem Format wurden seinerzeit durch Herrn Rohm vermittelt und mit Zentrum Coburg durchgeführt. Gerne erinnere ich an die Designtage im damals leerstehenden C&A.

    seit 1989

  • seit 2005

    Licht in Coburg und Oberfranken

    Seit 2005 führte das CDO in Kooperation mit Oberfranken Offensiv e.V. und in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät Design der Hochschule Coburg über 60 Lichtprojekte durch: Hierbei werden öffentliche Plätze, Gebäude oder Parkanlagen mit Hilfe verschiedener Leuchtmittel und durch Lichtobjekte temporär in Szene gesetzt. Insbesondere um konkret zu zeigen, wie die Aufenthaltsqualität in oberfränkischen Städten und Gemeinden mit geringem Mitteleinsatz gesteigert werden kann.

    Das erste Lichtprojekt dieser Art war 2003 die Lichtinszenierung auf dem Coburger Markplatz. Heute ein Platz mit Strahlkraft vor allen Dingen am Abend. Früher trüb beleuchtet, wie der Grenzübergang im Lautertal.

    Erinnern Sie sich?

  • Zukunft-Bahnhof Coburg

    Das Projekt Zukunftsbahnhof der DB startete 2019. Coburg war einer der 16 ausgewählten Bahnhöfe. Das Coburger Designforum Oberfranken wurde von der DB Berlin mit der Gestaltung des Coburger Zukunfts-Bahnhof beauftragt. Dieser erhielt die Auszeichnung Bahnhof des Jahres 2022.

    2019

  • seit vielen Jahren

    Das Schlachthof-Güterbahnhof-Areal

    Das Areal, mit der Alten Pakethalle, dem Zollinger, dem TEE-Panoramawagen und nicht zuletzt der Alten Kühlhalle – jetzt Heimat von Creapolis und Zukunft.Coburg.Digital – wäre ohne das Wirken des CDO heute nicht das, was es ist: ein Attraktivitätsareal für Coburg – manche Stadträte wissen um die Entstehungsgeschichte. Was manche nicht wissen: Das CDO hat den Experten für die innere Renovierung des TEE zur Verfügung gestellt und mit der Wifög abgerechnet, weil es anders nicht auf diesem Niveau möglich gewesen wäre.

  • Globe am Güterbahnhof

    Eine absolute Erfolgsgeschichte, die heute ohne Zutun des CDO nicht dort stehen würde. Die Entstehungsgeschichte kennen nur ganz wenige Stadträte:innen. Die damaligen Alternativen für das Landestheater: Das Theaterzelt im Rosengarten oder der Hybridbau an der Turnhalle am Anger – heute nicht mehr vorstellbar. Jetzt steht die Sanierung des Landestheaters an, das ein äußerst attraktiver Standortfaktor für die jungen Generation werden muss.

    von Anfang an

  • 2022

    Stadtgalerie - Innenstadt neu beleben!

    Während der Pandemiezeit wurden, mit durch das CDO eingeworbenen Mitteln von rund 200.000 Euro für das Projekt Stadtgalerie, 12 Monate Leerstände mit innovativen Geschäftsideen, kulturell wertvollen Inhalten und studentischen Ateliers in der Coburger Innenstadt – in Zusammenarbeit mit den Stadtmachern – attraktiviert.

  • Nachwuchspflege - Fachkräfte

    Das CDO bietet jährlich ca. 10 Praktikumsplätze für Studierende der Hochschulen an. Im Rahmen unserer Möglichkeiten bieten wir Absolventen, die sich nach dem Studium zunächst orientieren möchten, Arbeitsmöglichkeiten, bevor sie in die Welt gehen. Insbesondere weise ich auf die Arbeitsmöglichkeiten hin, die wir jungen Fachkräften bieten, die z.B. nach 10 Jahren Praxiserfahrung in den oben genannten Metropolregien in ihre Heimatstadt zurückkommen wollen (nachweislich). Direkt oder indirekt haben in den letzten 20 Jahren ca. 40 Absolventen der Hochschule Coburg durch unsere Veranstaltungsformate Erfolg durch Design und Designertreff einen Arbeitsplatz in der heimischen Wirtschaft gefunden.

    schon immer

  • seit 2022

    Kulturfabrik Cortendorf

    Wie bekannt, sind wir mit dabei aus der Industriebrache der Porzellanfabrik Griesbach die Kulturfabrik Cortendorf auf dem „Territorium der Stadt Coburg“ zu entwickeln. Dem Gründer Herrn Hans-Peter Langsch ist es zusammen mit uns in relativ kurzer Zeit gelungen eine Heimat für ca. 45 kreative Gruppierungen zu bieten. Dabei konnten wir die Oberfranken Stiftung in der Person der früheren Regierungspräsidentin Frau Heidrun Piewernetz und dem GF Herrn Stefan Seewald für das Projekt interessieren und für einen nennenswerte Zuwendung gewinnen.

  • Stadtmöbel von Kindern für Kinder

    2023 fand ein bisher einmaliges Projekt in der BRD statt: im Stadthaus (ehem. Maiwald) haben Kinder – Kleine Designer – in einem Workshop kreative Ideen für Stadtmöbel gebastelt. Die machbaren Ideen wurden zusammengeführt und realisiert. Das fertige Stadtmöbel wurde am Brunnen hinter der Morizkirchen den Kindern übergeben.

    2023

In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf eine unserer zentralen Aktivitäten, die wir nach über 10-jährigem Bemühen im letzten Jahr mit dem Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie auf Leitungsebene abstimmen konnten und die auf mehrere Jahre angelegt und finanziell unterstütz wird. Die Bezeichnung lautet: „Design Cluster Coburg“, mit einem Unterbereich namens „Design findet Stadt!“. Dieses Format könnte eine ideale Plattform bieten, um der Coburger Bürgerschaft eine neue Stadtvision medienwirksam zu vermitteln und in ausgesuchten Stadträumen auch schon „anfassbar“ zu machen (siehe Vogelschwarm Steinweg) im Zusammenhang mit dem Motto von Christian Meyer, Wohnbau GmbH: Coburg als Schwarmstadt.

Lassen Sie uns zwanglos nachdenken und weitere Orte identifizieren, bei denen wir mit wenig Geld, aber viel Kreativität größtmögliche Wirkung entfalten und die Bürger verzaubern können. Ich denke dabei insbesondere an die Weiterentwicklung der Pakethalle, den Coburger Zukunftsbahnhof als Open-Air-Galerie, Projekte des Green Deal auf dem Güterbahnhof-Areal unter Einbeziehung des Itz-Ufers, den Rosengarten als Skulptur- und Event-Garten, etc.

Diese Antworten müssen und werden neue Formen der Interaktion von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beinhalten. Nur so wird es möglich sein, auf die Komplexität der verschiedensten Gesellschaftsphänomene zu reagieren, mit denen wir uns in zunehmenden Masse konfrontiert sehen, unser wirtschaftliches Wohlergehen von morgen zu sichern und dabei insbesondere jungen Menschen und Familien nachhaltige Zukunftsperspektiven bieten zu können. In diesem Zusammenhang wird insbesondere dem kulturellen Sektor aufgrund seiner hohen Anziehungs- und Integrationskraft eine bedeutende Rolle zukommen.

Ich als Person und das CDO als Institution stehen hier für jede Form des konstruktiven Dialogs und konzertierter Entwicklung von nachhaltigen Strategien gerne zur Verfügung. Wobei ich mir als Vertreter klarer und meist langfristig angelegter Gedanken, Visionen und Herangehensweisen ein ums andere Mal eine „blutige Nase“ eingehandelt habe.

Engagement:

Termine, Diskussionen, Vorschläge
Projekt Ladenstarter Jurymitglied und Leistungen des Vereins

Fachkräfte/Nachwuchs:

Praktika ca. 10 Praktikanten p.a.
Schnittstelle und Vernetzung zur Wirtschaft
Vermittlung von jungen Designern der Hochschule an Unternehmen (direkt, indirekt)

Netzwerk/Standort CO:

Designtage
Zukunfts-Bahnhof mit Auszeichnung Bahnhof des Jahres
Gespräche mit Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, z.B. Frau Piewernetz, Herr Luderschmid, Herr Schramm …
Kontakt zur Oberfranken Stiftung
Community Designer Treff in Coburg
…

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